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Hinduismus in Deutschland

Posted by on 11. Januar 2012

Der Hinduismus in Deutschland hat ca. 97.500 Anhänger der Glaubensgemeinschaft. Dazu zählen Hindus indischer, tamilischer, europäischer und afghanischer Herkunft. Seit dem 19. Jahrhundert gibt es aber auch eine kleine Anzahl von deutschen Anhängern hinduistischer Reformbewegungen.

Aktiv wurde diese vom indischen Subkontinent stammende Religion in kleinem Umfang in den 1960er und 1970er Jahren von mönchisch lebenden Angehörigen der Hare-Krishna-Bewegung verbreitet, die damals von den christlichen Kirchen zu so genannten Jugendreligionen gezählt wurde. Der erste Hare-Krishna-Tempel in Deutschland wurde 1970 in Hamburgeröffnet. In dieser Zeit wandten sich immer wieder junge Deutsche, die aus spirituellen und anderen Gründen nach Indien reisten, verschiedenen, in Deutschland meist als „Sekten“ bezeichneten Glaubensgruppen zu. So schlossen sie sich in Indien z. B. der Bewegung der Neo-Sannyas an, die dann auch in Deutschland Gemeinden unterhielt.Hare-Krishna-Bewegung seit den 1960er Jahren

Tamilische Gemeinden seit den 1980er Jahren

Eine große und stabile hinduistische Gemeinde bildete sich ab 1983, als in der Folge des Bürgerkriegs in Sri Lanka etwa 60.000 Tamilen nach Deutschland einwanderten. Davon sind ca. 45.000 praktizierende Hindus, die auch 24 kleine Tempel für ihre Gemeinden einrichteten. Oft waren diese einfach nur umgestaltete Kellerräume oder Wohnungen.

Hindutempel in Hamm-Uentrop

1993 feierten tamilische Gläubige in Hamm das jährliche Tempelfest mit einer öffentlichen Prozession für die Göttin Kamakshi. Das im Mai/Juni stattfindende Fest das Jahr für Jahr 15.000 bis 20.000 Gläubige aus ganz Europa anzog, ermöglichte 1997 bis 2002 den Bau eines 27 mal 27 Meter großen hinduistischen Sri-Kamadchi-Ampal-Tempels in Hamm-Uentrop mit einer Fläche von 700 m². Während der zweitgrößteHindutempel in Europa, der Neasden-Tempel in London, im nordindischen Stil errichtet wurde, ist dieser drittgrößte Hindutempel in Europa originalgetreu im tamilischen Stil gebaut.

Sri Ganesha Hindu in Berlin

In Berlin, wo nach Angaben der Tempelbaugemeinschaft etwa 6000 Hindus aus Indien, Sri Lanka und Bangladesch leben, wurde 2007 der erste Spatenstich für eine 4.600 m² große Tempelanlage ausgeführt im Volkspark Hasenheide im Bezirk Neukölln. Der Trägerverein Sri Ganesha Hindu Tempel e.V. plant den Bau des Sri-Ganesha-Hindu-Tempel Berlin.

Sri Kurinchikumaran Tempel in Gummersbach

In Gummersbach wurde 2008 nach dem Sri-Kamadchi-Ampal-Tempel Hamm der flächenmäßig größte hinduistische Tempel Deutschlands fertiggestellt. Namensgebend ist die Gottheit Murugan.

Sri Muthumariamman Tempel Hannover

In Hannover wurde 2009 der Sri Muthumariamman Tempel eingeweiht, der mit 140 m² der größte in Norddeutschland ist. Er liegt in einem Gewerbegebiet und ist äußerlich sehr schlicht gestaltet.

Zahlen

2005 gab es in Deutschland etwa 42.000–45.000 tamilische Hindus aus Sri Lanka, 35.000–40.000 Hindus indischer Herkunft, ca. 7.500 Hindus deutscher oder europäischer Herkunft und ca. 5.000 afghanische Hindus.